Odenwald Leserbriefe

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Mosbacher Nachrichten vom Dienstag, 24. Januar 2017, Seite 7

Zum Thema „Windpark am Hebert“ 

 

Wurzeln halten Starkregenflut nicht zurück

Der Hebert ist Naturschutzgebiet und darf nicht zu einem Industriegebiet gemacht werden! Dasselbe soll an erster Stelle für die Menschen und Tiere da sein, da man da Ruhe und Erholung findet. Daher ist der Hebert ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner der umliegenden Ortschaften. Auch als Naherholungsgebiet kommen viele Urlauber und Wanderer aus den Städten, die hier Ruhe und Erholung finden. Der Lärm der Windräder stört dieselben, und sie werden von ihrem Vorhaben abgehalten.

Es ist doch sinnlos, wenn vor einiger Zeit die Windstärke auf dem Hebert gemessen wurde, mit dem Ergebnis zu wenig Wind. Um noch mehr Wind zu bekommen, müssen die Türme der Räder höher sein als normal. Folglich sollen dann die Fundamente noch tiefer in den Berg hineinkommen. Dadurch wird die Natur noch viel mehr zerstört.

Wenn auf 158 Hektar Windparkfläche des Heberts derselbe gebaut werden soll, müssen viele Bäume gefällt werden. Die Wurzeln der Bäume sterben dann ab, sie können bei wolkenbruchartigen Regenfällen, wie es im vergangenen Jahr in Schollbrunn, Mülben und Weisbach war, kein Wasser mehr aufnehmen. Das Wasser strömt dann in Fluten in die Keller der umliegenden Ortschaften. Auch unterhalb des Heberts kann das Wasser in den teils neu erbauten Häusern großen Schaden anrichten.

Bitte lassen sie es nicht so weit kommen, denn der Hebert soll Naturschutzgebiet bleiben! 

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Mosbacher Nachrichten vom Mittwoch, 25. Januar 2017, Seite 7

Zum Thema „Windpark am Hebert“ 

 

Initiative Windenergie will Fragen beantworten

„Liebe Frau Schmitt, ich habe Sie verstanden, dass Sie gegen (nachhaltige regenerative) Stromerzeugung durch (ungiftige) Windräder hier bei uns sind.

Allerdings finde ich es sehr unfair, dass Sie dabei falsche Argumente benutzen und möchte deshalb Ihre Argumente nachfolgend richtigstellen:

1.) Auf dem Hebert wurde eine sehr gute Windstärke für moderne Schwachlastwindräder gemessen. Trotzdem wird zusätzlich vor dem eventuellen Baubeginn nochmals über mehrere Monate hinweg die Windstärke nachgemessen. Wir von der Initiative Windenergie für Eberbach (IWE) fordern neben dem sicheren ökologischen auch einen sicheren finanziellen Gewinn für die Bürger.

2.) Es müssen auf dem Hebert nicht 158 Hektar Wald gefällt werden, sondern pro Windrad weniger als ein Hektar (das meiste davon für den Aufbau). Da wir den Bau von nur fünf (Bürger-)Windrädern fordern, bleiben die übrigen 153 Hektar komplett erhalten.

3.) Das Fundament der Windräder für den Hebert wird nicht in den Boden eingegraben, sondern es steht komplett oberirdisch. Bitte sehen Sie sich in Buchen die neueren Windräder im Wald an, dann werden Sie mir das auch glauben.

4.) Bei vielen Besichtigungen in Buchen wurde von allen Teilnehmern bemerkt, dass man in kurzer Entfernung das Windrad nicht mehr hört und auch nicht mehr sieht. Wanderer, Radfahrer, Jäger, Waldarbeiter, etc. können also wie bisher den Hebert benutzen, ohne von den Windrädern gestört zu werden. Auch das können Sie sich bitte in Buchen ansehen.

PS: Falls Sie weitere Fakten zu Bürgerwindrädern und zum Hebert interessieren, melden Sie sich bitte. Ich nehme mir gerne Zeit für Ihre Fragen, ich mache das ehrenamtlich!“ 

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Mosbacher Nachrichten vom Freitag, 3. Februar 2017, Seite 7

Antwort auf Jens Thomson vom 25. Januar 

 

Gegen 230-Meter-Giganten auf dem Hebert

Sehr geehrter Herr Thomson, mit Ihrem Leserbrief kritisieren Sie die Argumente von Frau Schmitt und nennen diese unfair. Allerdings kennzeichnen Ihre Argumente Sie nicht als objektiven Fachmann. Mit Ausnahme des Flächenverbrauchs von circa einem Hektar je Windkraftanlage sind Ihre Argumente falsch!

1. Unter Windkraftbetreibern gilt eine Windstärke von sechs Metern pro Sekunde in 140 Metern Höhe als untere Grenze für wirtschaftlichen Betrieb. Auf dem Hebert wurde nur eine Windstärke vom 5,75 Metern pro Sekunde gemessen. Auch für moderne Schwachlastwindräder mit einer Höhe von 230 Metern und einem Rotordurchmesser von 141 Metern (mehr als zwei Fußballfelder) ist hier ein wirtschaftlicher Betrieb mehr als zu bezweifeln. Ein sicherer Gewinn dürfte nur für Projektierer und Verpächter abfallen, nicht aber für die am Windpark beteiligten Bürger. Der Windmessmast ist nicht nur mehrere Monate zu betreiben, sondern mindestens ein ganzes Jahr. Die Kosten hierfür belaufen sich in der Regel auf über 100 000 Euro.

2. Für die Kranstellfläche und das Windkraftrad besteht für eine Windkraftanlage ein Flächenbedarf von circa einem Hektar. Hinzu kommen die für den Schwerlastverkehr verbreiterten, ausgebauten und hoch verdichteten Wege und Lagerflächen.

3. Es gibt keine „oberirdischen“ Fundamente, auch nicht in Buchen. Nach umfangreichen Geländemodellierungen werden 3 500 Tonnen Beton und Stahl mehrere Meter tief in die Erde eingebracht – je nach Boden auch bis zu 30 Meter tiefe Pfahlgründungen.

4. Dass die Windräder in kurzer Entfernung nicht mehr zu sehen und zu hören sind, muss ins Reich der Fabeln verwiesen werden. Wie sind fünf 230 Meter hohe Windkraftgiganten auf dem Hebert zu übersehen? Sie werden das Eberbacher Neckartal wie Leuchttürme dominieren und dank der Nachtbefeuerung auch bei Nacht weithin auf sich aufmerksam machen. Gespräche mit durch Windkraftanlagen betroffenen Anwohnern und Jägern zeichnen von der Lärmbelästigung ein anderes, düsteres Bild.

Das Thema Windkraft ist zu ernst und bietet für Polemik keinen Raum. Darüber hinaus sollte man kritische und besorgte Mitbürger nicht in eine unmoralische Ecke stellen. Sollten Sie an einem sachlichen Informationsaustausch Interesse haben, dürfen Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

 

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Mosbacher Nachrichten vom Montag, 6. Februar 2017, Seite 8

Windkraft am Hebert: 

 

Antwort auf den Leserbrief aus Hüffenhardt

Ich begrüße Sie als Hüffenhardter Windenergiegegner hier in Eberbach. Leider habe ich Sie noch nie bei Besichtigungen gesehen. Deshalb wunderten mich auch einige der Aussagen in Ihrem Leserbrief nicht. Richtigstellen muss ich sie aber, da sonst falsche Nachrichten in Eberbach die Runde machen würden. Korrekt ist:

1.) Die Fundamente der neuen Windräder in Buchen und später mal auch auf dem Hebert stehen komplett oberirdisch und ohne Pfeiler o. ä. Fahren Sie gerne mal hin (50 km von Hüffenhardt) und lassen Sie sich die neuen Windräder dort im Wald von den vielen finanziell und ökologisch begeisterten Buchener Bürgern zeigen. Vom Fundament ist allerdings nur noch ein kleiner grüner Hügel zu sehen.

2.) Die Wirtschaftlichkeit hängt nicht alleine vom Wind ab, es gibt unzählige Faktoren. Aber eine Windmessung, die, wie Sie behaupten, 5,75 m/s in 140 m Höhe ergab, gab es bisher nicht auf dem Hebert. Und: In meinem Leserbrief stand, dass ein Windradbauer auf seine Kosten Messungen machen muss und will – und das, obwohl die neuen Windräder nebenan in Buchen absolut vergleichbar sind. Sie stehen dort in schlechterer Lage als der Hebert, sind aber trotzdem sehr wirtschaftlich und vor allem ökologisch.

3.) Machen Sie bitte mal einen Spaziergang auf dem Hebert. Sie werden dort, wo die Windräder hin sollen, sehen, dass der Vorteil vom Hebert ja gerade ist, dass Autostraßen dort oben direkt hin- und vorbeiführen und auch die Wege zum Windrad vor allem in der Breite geeignet sind. Das alles gilt nur speziell auf dem Hebert und spart somit auch nur dort viele Bäume und viel Geld.

4.) Wenn Sie jemals in einem Wald auf ein Windrad zugewandert wären, wüssten Sie, dass man es erst in kurzer Entfernung sieht und erst beim Lauschen hört. Jäger und Förster wissen das. Versuchen Sie es doch bitte erst mal selbst, bevor Sie mich beleidigen. Und: Die Windräder auf dem Hebert wird man von den allernähesten Häusern aus nicht sehen, weil dort Berghänge im Weg stehen.

Ich lade Sie gerne ein, sich vor Ihrem nächsten Leserbrief mal die wirklichen echten Gegebenheiten hier in Eberbach live anzusehen. Dann können wir gerne weiter diskutieren. 

 

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Mosbacher Nachrichten vom Mittwoch, 8. Februar 2017, Seite 7

Zum Thema „Windkraft am Hebert“:

 

Antwort auf Jens Thomson vom 6. Februar

„Sehr geehrter Herr Thomson, erst nach Erstellen eines Bodengutachtens für jeden einzelnen Windradstandort lässt sich die Tiefe der Fundamente festlegen und ob eine bis zu 30 m tiefe Pfahlgründung notwendig wird. In Buchen war an einem Standort nur durch Tauschen von Kranstellplatz und Windradstandort Pfahlgründung zu verhindern.

Sie können versichert sein, dass wir die Gegebenheiten der umliegenden Windkraftstandorte und Planungsflächen nicht nur vom Hörensagen kennen. Darüber hinaus liegen uns zahlreiche Erfahrungsberichte über die Auswirkungen von Windkraftanlagen (WKA) von tatsächlich Betroffenen vor. So berichtet etwa ein Jäger, dessen cirka 200 ha großes Revier inmitten eines Windparks liegt, dass der Lärm der WKA überall in seinem Revier zu hören ist. Vogelgesang und ziehendes Wild sei nicht mehr wahrnehmbar. Während ein Ansitz vor dem Windradbau in der Regel ca. drei Stunden gedauert habe, treiben ihn nun eine „innere Unruhe“ und ein „undefinierbares Unwohlsein“ oft bereits nach einer Stunde nach Hause. Anderen Jägern gehe es ebenso. Früher sei die Jagd ein „Naturerlebnis“ gewesen, dies jedoch sei jetzt vorbei. In den Abendstunden und nachts habe man den Eindruck, auf eine beleuchtete Raffinerie zu schauen.

In Ihrem Leserbrief vom 30. Mai 2015 zum Besuch der Windräder in Buchen durch die IWE am 20. Mai schreiben Sie: „Windräder sind leiser, als viele denken (wir haben direkt unter dem Windrad letzte Woche fast kein Geräusch gehört, auch die Gegner nicht).“ In der RNZ vom 22. Mai steht: „Der Abend war windstill gewesen, die fünf Windräder der Anlage hatten sich den Besuchern aus dem Neckartal partout nicht in Aktion zeigen wollen.“ Hierzu bedarf es wohl keiner weiteren Worte.

Die höchste Erhebung im Odenwald, der Katzenbuckel, ist 626 Meter hoch. Die geplanten Windräder auf dem Hebert überragen diesen stellenweise um bis zu 123 m. Für die Vorstellung, dass diese Windkraftanlagen nicht hinter Bäumen und Berghängen versteckt werden können, braucht es keine große Fantasie.

Wir bedauern es, dass Sie sich einer fachlichen Diskussion verschließen.“