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Mosbacher Nachrichten vom Freitag, 3. Februar 2017, Seite 7

Antwort auf Jens Thomson vom 25. Januar 

 

Gegen 230-Meter-Giganten auf dem Hebert

Sehr geehrter Herr Thomson, mit Ihrem Leserbrief kritisieren Sie die Argumente von Frau Schmitt und nennen diese unfair. Allerdings kennzeichnen Ihre Argumente Sie nicht als objektiven Fachmann. Mit Ausnahme des Flächenverbrauchs von circa einem Hektar je Windkraftanlage sind Ihre Argumente falsch!

1. Unter Windkraftbetreibern gilt eine Windstärke von sechs Metern pro Sekunde in 140 Metern Höhe als untere Grenze für wirtschaftlichen Betrieb. Auf dem Hebert wurde nur eine Windstärke vom 5,75 Metern pro Sekunde gemessen. Auch für moderne Schwachlastwindräder mit einer Höhe von 230 Metern und einem Rotordurchmesser von 141 Metern (mehr als zwei Fußballfelder) ist hier ein wirtschaftlicher Betrieb mehr als zu bezweifeln. Ein sicherer Gewinn dürfte nur für Projektierer und Verpächter abfallen, nicht aber für die am Windpark beteiligten Bürger. Der Windmessmast ist nicht nur mehrere Monate zu betreiben, sondern mindestens ein ganzes Jahr. Die Kosten hierfür belaufen sich in der Regel auf über 100 000 Euro.

2. Für die Kranstellfläche und das Windkraftrad besteht für eine Windkraftanlage ein Flächenbedarf von circa einem Hektar. Hinzu kommen die für den Schwerlastverkehr verbreiterten, ausgebauten und hoch verdichteten Wege und Lagerflächen.

3. Es gibt keine „oberirdischen“ Fundamente, auch nicht in Buchen. Nach umfangreichen Geländemodellierungen werden 3 500 Tonnen Beton und Stahl mehrere Meter tief in die Erde eingebracht – je nach Boden auch bis zu 30 Meter tiefe Pfahlgründungen.

4. Dass die Windräder in kurzer Entfernung nicht mehr zu sehen und zu hören sind, muss ins Reich der Fabeln verwiesen werden. Wie sind fünf 230 Meter hohe Windkraftgiganten auf dem Hebert zu übersehen? Sie werden das Eberbacher Neckartal wie Leuchttürme dominieren und dank der Nachtbefeuerung auch bei Nacht weithin auf sich aufmerksam machen. Gespräche mit durch Windkraftanlagen betroffenen Anwohnern und Jägern zeichnen von der Lärmbelästigung ein anderes, düsteres Bild.

Das Thema Windkraft ist zu ernst und bietet für Polemik keinen Raum. Darüber hinaus sollte man kritische und besorgte Mitbürger nicht in eine unmoralische Ecke stellen. Sollten Sie an einem sachlichen Informationsaustausch Interesse haben, dürfen Sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen.