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Mosbacher Nachrichten vom Mittwoch, 8. Februar 2017, Seite 7

Zum Thema „Windkraft am Hebert“:

 

Antwort auf Jens Thomson vom 6. Februar

„Sehr geehrter Herr Thomson, erst nach Erstellen eines Bodengutachtens für jeden einzelnen Windradstandort lässt sich die Tiefe der Fundamente festlegen und ob eine bis zu 30 m tiefe Pfahlgründung notwendig wird. In Buchen war an einem Standort nur durch Tauschen von Kranstellplatz und Windradstandort Pfahlgründung zu verhindern.

Sie können versichert sein, dass wir die Gegebenheiten der umliegenden Windkraftstandorte und Planungsflächen nicht nur vom Hörensagen kennen. Darüber hinaus liegen uns zahlreiche Erfahrungsberichte über die Auswirkungen von Windkraftanlagen (WKA) von tatsächlich Betroffenen vor. So berichtet etwa ein Jäger, dessen cirka 200 ha großes Revier inmitten eines Windparks liegt, dass der Lärm der WKA überall in seinem Revier zu hören ist. Vogelgesang und ziehendes Wild sei nicht mehr wahrnehmbar. Während ein Ansitz vor dem Windradbau in der Regel ca. drei Stunden gedauert habe, treiben ihn nun eine „innere Unruhe“ und ein „undefinierbares Unwohlsein“ oft bereits nach einer Stunde nach Hause. Anderen Jägern gehe es ebenso. Früher sei die Jagd ein „Naturerlebnis“ gewesen, dies jedoch sei jetzt vorbei. In den Abendstunden und nachts habe man den Eindruck, auf eine beleuchtete Raffinerie zu schauen.

In Ihrem Leserbrief vom 30. Mai 2015 zum Besuch der Windräder in Buchen durch die IWE am 20. Mai schreiben Sie: „Windräder sind leiser, als viele denken (wir haben direkt unter dem Windrad letzte Woche fast kein Geräusch gehört, auch die Gegner nicht).“ In der RNZ vom 22. Mai steht: „Der Abend war windstill gewesen, die fünf Windräder der Anlage hatten sich den Besuchern aus dem Neckartal partout nicht in Aktion zeigen wollen.“ Hierzu bedarf es wohl keiner weiteren Worte.

Die höchste Erhebung im Odenwald, der Katzenbuckel, ist 626 Meter hoch. Die geplanten Windräder auf dem Hebert überragen diesen stellenweise um bis zu 123 m. Für die Vorstellung, dass diese Windkraftanlagen nicht hinter Bäumen und Berghängen versteckt werden können, braucht es keine große Fantasie.

Wir bedauern es, dass Sie sich einer fachlichen Diskussion verschließen.“