Leserbrief zum Bericht “Kraichgauer Überraschungen an der See“von Peter Boxheimer/ Redaktionsleiter der Kraichgau Stimme. Erschienen am 09.07.2016

Verärgert, aber auch erschrocken, habe ich am 09.07.2016 den Bericht von Herrn Boxheimer in der Samstagsausgabe der Kraichgau Stimme gelesen.

Verärgert und erschrocken, wie unreflektiert und undifferenziert ein Redaktionsleiter in seinem Bericht einseitig und manipulativ seine Meinung zu einem sehr sensiblen Thema darstellt.

Aktuell werden lediglich noch 14% Strom aus der Atomenergie und bereits ca. 30 % aus so genannten Ökostromquellen gewonnen (Quelle: AG Energiebilanzen, 2015). Dennoch ist der CO2 Ausstoß in Deutschland angewachsen. Deshalb weiterhin nur stur und dogmatisch überall weitere Windräder aufzustellen ist viel zu kurz gedacht,

Andere Lösungswege für eine bessere Stromressourcenausschöpfung müssen daher umgesetzt werden. Bessere Einspeisungsmöglichkeiten, bessere Vernetzung (bundesweit, wie international), bessere Speichermöglichkeiten und vor allem auch Verringerung des Stromverbrauchs.

Unreflektiert meint Hr. Boxheimer gehe es den Windparkgegnern nur um Vögel. Aus seiner Sicht natürlich logisch nachvollziehbar, berichtet seine Zeitung doch oft und umfangreich vom „Vogelstreit“ im Hardthäuser Wald. Völlig außer Acht lässt er aber, dass es den Bürgerinitiativen, vor allem auch der in Hüffenhardt, um den Schutz der Arten, der Menschen und deren Lebensraum geht. Risiken für die Bevölkerung werden in der Berichterstattung einfach ignoriert.

Undifferenziert werden alle Vogelarten und alle Standorte für Windanlagen gleich beurteilt. Doch die Bürgerinitiativen kämpfen für den Erhalt besonders seltener, schützenswerter Arten, Lebensräume und Naturlandschaften, wie z. Bsp. alte Buchen-Eichen-Mischwälder und für die Sicherheit der Bevölkerung.

Das alles weiß Hr. Boxheimer auch, dennoch versucht er mit seinem Bericht zu manipulieren. Viele Hüffenhardter Bürger erinnern sich an seine Berichterstattung im Streit um das geplante Kinderhaus, auch der endete in einem Bürgerentscheid und vielen Hüffenhardtern war die Berichterstattung damals oft zu einseitig.

Völlig inakzeptabel ist der Vorwurf des „Sankt Florian Prinzips“ in Richtung der Bürgerinitiativen. Mitglieder und Unterstützer von Bürgerinitiativen sind nicht grundsätzlich Windkraftgegner.

Dieser Bericht hat mit neutraler Berichterstattung nichts zu tun und seine Empfehlung „ kleine Windparkgebiete“ machen auch Sinn, stimmt nur, wenn der Schutz der Arten, der Umwelt und der Menschen deutlich höheren Stellenwert erhält als bisher. Ansonsten sind sie nur ideologisch umgesetzt und damit fahrlässig.

B.Siegmann, Hüffenhardt

Dieser Leserbrief wurde durch die Redaktion der Kraichgau Stimme am 14.07.2016 gekürzt im Lokalbereich veröffentlicht.