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Rhein-Neckar-Zeitung, Mosbacher Nachrichten vom Samstag, 17. Dezember 2016

 

Neff: „Enttäuschend ist gelinde ausgedrückt“

Hüffenhardter Gemeinderat: Abwassergebühren sinken zum Jahreswechsel – Zusage für weitere Unterstützung der Krebsbachtalbahn

Von Stephanie Kern

Hüffenhardt. Zu den wenigen Dingen, die mit einem Handschlag besiegelt werden, gehört auch die Verpflichtung als Gemeinderat. Einen solchen Handschlag gab es am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung in Hüffenhardt: Der langjährige Gemeinderat Marco Kratz hatte aus familiären und beruflichen Gründen sein Ausscheiden aus dem Amt beantragt, das Gremium gab diesem Antrag statt.

Die „Neue“ ist Elke Zimmermann, die durch Nachsprechen der Formel und besagten Handschlag nun als Gemeinderätin an Kratz’ Position sitzt und auch im Kindergarten-Kuratorium und als Verbindungsperson für den Jugendtreff agiert. „Die Ausübung dieses Amts ist nicht immer einfach. Danke dafür“, lobte Bürgermeister Walter Neff Marco Kratz, der auch ein Präsent erhielt.

Ein kleines „Präsent“ hat die Gemeinde auch für die Bürger, denn zum 1. Januar sinken die Abwassergebühren für das Schmutzwasser auf 1,23 Euro pro Kubikmeter Frischwasser (Stand heute: 2,82 Euro/m3). Die zentrale Niederschlagswassergebühr pro Quadratmeter überbaute Fläche beläuft sich aktuell auf 54 Cent pro Quadratmeter. Für 2017 ändert sich daran nichts, 2018 wird dieser Satz dann auf 45 Cent pro Quadratmeter reduziert. Im Abwasserhaushalt herrscht das Kostendeckungsprinzip. Das heißt, Überschüsse müssen an die Gebührenzahler zurückgegeben werden, wie Rechnungsamtsleiter Alexander Zipf erläuterte. Der deutlichen Senkung der Gebühr stimmten dann auch alle Räte zu.

Nicht ganz einstimmig, aber mehrheitlich, fiel die weitere Unterstützung für die Krebsbachtalbahn aus. Hier müssen 14 Bahnübergänge bis 2028 saniert werden. „Auf die Gemeinde Hüffenhardt würde ein Anteil von ca. 16 250 Euro zukommen“, führte Neff aus. Konkret ging es aber erst einmal um die Zusage, im kommenden Jahr Planungskosten in Höhe von 1750 Euro zu übernehmen. Diese Planungskosten werden aber nur fällig, wenn die von der Betreiberfirma „Enag“ in Auftrag gegebene Potenzialanalyse negativ ausfällt. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen testweisen Schülerverkehr und seitdem auch die Überlegung, die Trasse für den regulären Verkehr zu reaktivieren. Wenn also dieses Gutachten zu dem Ergebnis kommt, dass sich ein Regelbetrieb nicht lohnt, muss Hüffenhardt die 1750 Euro überweisen. Heiko Hagner plädierte dafür, „diese Chance nicht auslaufen zu lassen“. Erhard Geörg meinte: „Heute lachen wir vielleicht darüber, aber vielleicht kommt die S-Bahn. Man sollte es fördern.“

Hans-Martin Luckhaupt bat die Verwaltung darum, sich in Sachen Tempobeschränkung in der Hauptstraße zu bemühen. Seit 14. Dezember soll es für Kommunen einfacher sein, eine Geschwindigkeitsbeschränkung vor Schulen, Altenheimen und Kindergärten durchzusetzen. In einem Teil der Hauptstraße gilt seit 2010 eine Beschränkung auf 30 km/h, vor der Schule wird diese Beschränkung aufgehoben. Neff sagte zu, sich in diese Richtung zu informieren.

Zum Schluss standen dann noch Dankesworte des Rathauschefs an. Mit dem Gemeinderat sei es eine „gute und gedeihliche Zusammenarbeit“ gewesen. „Ein Thema schließe ich hiervon allerdings aus, die Windkraft“, so Neff weiter. „Was hier seit Februar getan worden ist, das lässt sich mit Worten nicht beschreiben. ,Enttäuschend‘ wäre noch gelinde ausgedrückt“, sagte Neff und erntete dafür das ein oder andere Schnauben aus dem Publikum. Es seien aber auch noch viele andere Maßnahmen angegangen worden, und einiges stünde auch noch an. Das Thema Windkraft gehört sicher auch 2017 dazu.