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Artikel vom 08. April 2016, 00:00 Uhr

Hüffenhardt  Bürgermeister Walter Neff will einer weiteren Informationsveranstaltung nicht vorgreifen

Von unserem Redakteur Simon Gajer

 

Windkraft (hier Löwenstein) ist in Hüffenhardt umstritten.Foto: Archiv/Maier

Bürgermeister Walter Neff hat überraschend den Beratungspunkt Windkraft von der Tagesordnung des Gemeinderats genommen, der gestern Abend in Kälbertshausen getagt hat.

Zuhörer Gerade wegen dieses Themas hatte er die Sitzung ins Bürgerhaus des Teilorts verlegt. 50 Interessierte sind gestern gekommen. Üblicherweise kommt das Gremium im Wohn- und Pflegezentrum Hüffenhardt zusammen, doch das kann nur wenige Zuhörer aufnehmen. Der Bürgermeister führte auf Nachfrage unserer Zeitung zwei Gründe an, weshalb er die Tagesordnung kurzfristig geändert hat. Im Haßmersheimer Teilort Hochhausen findet zum Windpark, den das Unternehmen Fortwengel im Wald zwischen Hüffenhardt und Kälbertshausen plant, bald eine Informationsveranstaltung statt, die es in ähnlicher Form bereits in Hüffenhardt gegeben hat. "Der wollen wir nicht vorgreifen", sagte Walter Neff. Hinzu kommt: Am Samstag, 23. April, will der Gemeinderat zu einem Windpark in Buchen fahren. Die Busfahrt dorthin zahlt Fortwengel.

Armin Hagendorn, Mitbegründer und einer der Verantwortlichen der Bürgerinitiative Pro Lebensraum Großer Wald, hat mitbekommen, dass es für die Kommunalpolitik eine Fahrt nach Buchen zu einem Vorzeigestandort geben soll. Er begrüßt die Entscheidung, vorerst nicht über die benötigte Änderung des Flächennutzungsplans abzustimmen. "Wir haben schon immer gefordert, Tempo rauszunehmen und zu informieren", sagte er gegenüber der Kraichgau Stimme.

Fakten Aus Sicht der Bürgerinitiative hat sich die einzig logische Konsequenz durchgesetzt: Eine derart umstrittene Entscheidung könne erst herbeigeführt werden, "wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen". Die BI, die am Wochenende mit 80 Interessierten zu den geplanten Standorten im Wald wanderte, hat nach eigenen Angaben über 600 Unterschriften von Unterstützern gesammelt, die einen Windpark ablehnen. Ein Ansprechpartner bei der Fortwengel-Holding, die den Windpark plant, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Einen Bauantrag, über den das Landratsamt Mosbach zu entscheiden hätte, gibt es nicht. Nach eigenen Angaben möchte Fortwengel maximal sieben Masten bauen.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Hochhausen.