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Artikel vom 23. Mai 2016, 20:03 Uhr

Energie Heilbronn-Franken führt seit Jahren die Rangliste der Regionen mit den meisten Windkraftanlagen in Baden-Württemberg an. Der Abstand ist zuletzt noch gewachsen.

Von unserer Redaktion

Mit insgesamt rund 325 Megawatt installierter Leistung in den vier Kreisen Main-Tauber, Schwäbisch-Hall, Hohenlohe und Heilbronn wird hier mehr als dreimal so viel Windstrom produziert wie etwa in der Region Ostwürttemberg oder in der Region Südlicher Oberrhein, wo ebenfalls nennenswert in die Windkraft investiert wurde.

Recherchen unserer Zeitung zufolge stehen annähernd die Hälfte aller baden-württembergischen Windräder in der Region Heilbronn-Franken. Hauptverantwortlich für diese Tatsache ist der Main-Tauber-Kreis, wo schon seit Anfang 2000 die Windkraft im größeren Stil zur Stromerzeugung genutzt wird. Heute steht der Landkreis mit seinen 160 Megawatt installierter Leistung einsam an der Spitze im Land.

Trotz des großen Windparks im Harthäuser Wald bleibt der Landkreis Heilbronn mit seinen 45 Megawatt weit dahinter. Überraschend wenig Räder drehen sich bis dato noch in Hohenlohe, das auf 33 Megawatt Leistung kommt. Doch ein Blick auf die Karte zeigt, dass sich dies schon bald ändern könnte. Sollten alle Vorhaben umgesetzt werden, die derzeit im Gespräch sind, könnte sich diese Zahl in den nächsten Jahren vervierfachen. Dann würden sich rund 40 Windkraftanlagen in Baden-Württembergs kleinstem Kreis drehen.

Doch die Projekte, die jetzt noch nicht im Genehmigungsverfahren sind, müssen derzeit mit einem Fragezeichen versehen werden. Denn zum wiederholten Male wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angepasst − mit dem Ziel, die Kosten der Energiewende möglichst gering zu halten.

Die Novellierung könnte den Ausbau im Süden ausbremsen. Und das, obwohl es zuletzt auch Berechnungen gab, nach denen der Ausbau der Windkraft im Norden mit höheren Kosten verbunden ist, weil der Strom anschließend in den Süden transportiert werden muss. Wie auch immer die Neuregelungen ausfallen werden: Noch ist bei den Verantwortlichen aber die Zuversicht da, dass sich auch nach 2017 der Bau von Windrädern in Baden-Württemberg lohnt.

Doch Windkraft bleibt umstritten. Das wird zurzeit in Hüffenhardt (Neckar-Odenwald-Kreis) deutlich, wo sich Anfang des Jahres eine Bürgerinitiative (BI) gegen den möglichen Windpark zwischen den Teilorten gegründet und mittlerweile 1000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hat. Die BI ist nach eigenen Angaben "nicht gegen Windkraft, sondern für einen sinnvollen Einsatz der Windkraft, dort wo der Wind ausreichend stark ist". Das sei vor allem im Norden. cgl, jur, ing