Kraichgau Stimme, Lokales, Kommentar vom 08. Juli 2016

Offenheit

 

Von Simon Gajer

Über das Krisenmanagement im Hüffenhardter Rathaus kann man sich manchmal nur wundern. Da gibt es große Widerstände im Ort gegen einen Windpark zwischen den Teilorten, doch anstatt mit Offenheit den Gegnern entschieden entgegenzutreten, bleibt die Verwaltung um Bürgermeister Walter Neff Antworten schuldig oder informiert erst auf Nachfrage. Gemeinderat Thomas Müller lieferte in der jüngsten Sitzung eine ideale Steilvorlage, der das Rathaus gekonnt auswich. Leider. Welche Folgen hat der Bürgerentscheid, sollten es die Wähler tatsächlich ablehnen, die Änderung des Flächennutzungsplans voranzutreiben? Hat sich damit das Projekt erledigt und keine Windräder werden errichtet? „Das Thema Windkraft ist nicht vom Tisch“, erklärte das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises auf Nachfrage unserer Zeitung und verwies auf einen neuen Regionalplan, der erarbeitet wird. So ehrlich sollte auch die Rathausspitze sein, anstatt mit vagen Antworten zu vertrösten. Erst auf Nachfrage wurde auch bekannt, dass die Gemeinde mit dem Forum Energiedialog zusammenarbeiten will, hinter dem das Umweltministerium steht. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings bekommt die Zusammenarbeit dann einen schalen Beigeschmack, wenn darüber erst gesprochen wird, nachdem sich die Bürgerinitiative Pro Lebensraum Großer Wald danach erkundigte. Das Thema Windkraft wird der Hüffenhardter Verwaltung weiterhin um die Ohren fliegen, wenn sie nicht souveräner agiert.